Endlich 18

Oha, nun bist auch du, mein Kleiner, 18. Unfassbar! Wahnsinn! Achtzehn!!!

Es ist doch auch bei dir erst ein paar Tage her, dass wir bis zum Schluss nicht wussten, ob du ein Junge oder Mädchen sein wirst. Wie du heißen sollst. Wir hofften, dass du nicht bis zu Papas Geburtstag warten wirst, bis du meinen Bauch verlässt.
Deinen Namen hat Papa ausgesucht. Nach vielen Vorschlägen und Verneinungen fanden wir Dario beide schön.

Und jetzt bist du Achtzehn...

Der Papa hatte deinen Bruder gerade zu seinen Paten gebracht, da musste er schon wieder zurück ins Krankenhaus kommen. Denn auch wenn es anfangs gar nicht so aussah: du wolltest plötzlich viel schneller ins Licht als gedacht. Zu schnell. Denn du hast dir bei der Geburt das Schlüsselbein gebrochen.
Plötzlich habe ich mich angestellt wie der erste Mensch, denn ich hatte Angst dir weh zu tun. Auch wenn die Ärzte sagten, du würdest keine Schmerzen haben.
Nur einen Tag blieben wir in der Klinik, denn zu Hause warteten deine Großeltern auf dich.

Faszinierend dein wacher Blick und deine Aufmerksamkeit auf alles, was rund um dich geschah. Deine Lieblingsbeschäftigung war es, deinem Bruder und mir beim Spielen zuzusehen. Man hatte den Eindruck, du lernst auf diese Weise.

Und das tatest du auch im Kindergarten: lernen durch beobachten der anderen Kinder. Mit 1,5 Jahren hast du besser gesprochen als manch doppelt so altes Kind. Dich so früh in den Kindergarten zu bringen war die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

Zum Glück wurde das Gesetz zum Einschulungsalter in der Zeit geändert, als du in die Schule wolltest, denn so konntest du mit noch nicht 6 Jahren eingeschult werden. Auch hier hast du vor allem durch zuhören und aufpassen gelernt, so wie du es auch heute noch tust. Das Schreiben war deine größte Qual, und auch das ist bis heute so geblieben.

Die Grundschulzeit in deiner Klasse geprägt von vielen Lehrerwechseln und teilweise viel Ärger mit den Lehrern, aber du konntest damit immer wunderbar umgehen, mit Gleichmut und Konsequenz, einer Meinung, die auszusprechen du schon damals keine Angst hattest, Offenheit und Intelligenz.

Wenn es um Fußball ging, war in deinem Kopf ein kleiner Computer eingebaut. Du wusstest alle Ergebnisse, alle Transfers, und was immer wichtig war. Und auch deine eigenen Spiele waren dir wichtig. Egal ob als Feldspieler oder Torwart.
Lesen war auch ok. Und irgendwann der PC.

Irgendwann der Wechsel auf die fortführende Schule. Du hattest dich bewusst für die Realschule entschieden, obwohl du schon damals wusstest, dass du das Abitur machen würdest. Und auch diese Entscheidung war optimal, denn das war der genau richtige Weg für dich.
Deine Art zu lernen blieb die Gleiche. Deine Lehrer und Fußballtrainer sind regelmäßig an dir verzweifelt, weil du immer den Eindruck machtest unaufmerksam zu sein. Aber immer alle Fragen beantworten konntest. Es reichte dir immer, nur mit einem Ohr anwesend zu sein.

Mit jedem Jahr an der Realschule wurde dein Zeugnis besser, weil du gelernt hast, schlechte Schrift und Schreibfaulheit durch mündliche Arbeit auszugleichen. So war der Weg aufs Gymnasium tatsächlich geebnet.
Du hast dich fürs Wirtschaftsgymnasium entschieden, denn schon lange wusstest du, in welche Richtung dein Weg mal gehen soll. Und auch, dass du irgendwann in Amerika leben und arbeiten willst.

Pubertät hattest du kaum: ab und an mal ein Tag, an dem ich schon beim Wecken merkte, dass man den streichen kann. Meistens war aber nach der Schule schon wieder alles gut.

Nun steckst du mitten im Abitur. Und bist 18. Erwachsen.

Was erwartet dich? Alle Rechte von Erwachsenen. Alle Pflichten. Führerschein. Abitur. Studium. Und wer weiß was noch kommt.
Du fragst mich ja fleißig aus zum Leben. Vieles kannst du nur durch Erfahrung lernen. Dass man Leben nicht in der Schule lernt, bemängelst du schon seit vielen Jahren. Aber wir helfen dir dabei, es auch selbst zu lernen. Und du schaffst das auch.

Jetzt aber feiern wir erst mal deinen Geburtstag. Deine Großeltern sind da, und Tante und Onkel auch. Und die engsten Freunde der Familie werden auch kommen, um mit dir zu feiern.  Genieße die Zeit.

Happy Birthday mein kleiner Großer!

Die Welt wartet auf dich, erober sie dir!

Wir lieben dich! Und wir sind stolz auf dich!

 

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